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zum Monatsspruch:

 

Gottvertrauen

Ein Urteil ist meist schnell gesprochen. Die Folgen dauern oft ein Leben lang an. Dabei meine ich nicht nur Urteile im juristi­schen Sinn. Sätze wie: Dazu bist du viel zu dumm; das schaffst du nie; du bist viel zu dick. Solche Sätze können ein Kind, einen Jugendlichen bis ins Mark treffen. Selbst­vertrauen ist von Stund an ein Fremdwort. Solche Sätze gibt es viele. Sie werden in der Familie, der Schule, am Arbeitsplatz gesprochen.

Ich habe die Beurteilungen auf den Zeugnissen meiner Kindheit nicht gemocht. Es war oft wie ein Stempel, eine Schublade, aus der es kaum ein Entrinnen gab. Zen­suren waren mir da lieber. Eine Matheaufgabe, eine Chemieformel oder Berge und Flussläufe waren eben nur so und nicht anders zu betrachten.

Vor Jahren habe ich in meiner Perso­nalakte geblättert. Dabei ist mir eine Emp­fehlung in die Hände gefallen: Frau Carmen Jäger ist für den Beruf der Pastorin nicht geeignet. Damit wäre meine Zukunft besie­gelt gewesen. Ich weiß nicht, wer dieses Urteil übersehen hat oder übersehen wollte.

Seitdem frage ich mich oft, wem ich eigentlich schon ein Urteil aufgebürdet habe.

„Ich urteile über keinen", sagt Jesus und dieser Maßstab ist heute genauso wichtig, wie vor 2000 Jahren. Ein bewusst oder unbedacht gesprochener Satz ent­scheidet über Freundschaft oder Feind­schaft, über Arbeit oder Arbeitslosigkeit, über Liebe oder Hass.

                                                                            Carmen Jäger

Monatsspruch August 2010

 

Jesus Christus spricht:

Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über

keinen.      Johannes 8.15

Die Losung für heute