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„Ich bin ein Fremder gewesen …“
Die freundliche Aufnahme von Flüchtlingen ist ein Kernanliegen der christlichen Ethik. Das Matthäusevangelium zeigt Jesus als ein Flüchtlingskind. Vor der Verfolgung durch Herodes rettet sich die Familie nach Ägypten. In seiner Darstellung des Weltgerichts identifiziert sich Jesus mit den Schwächsten in der Gesellschaft – unter anderen den Fremden: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ Auch das Alte Testament berichtet wiederholt davon, wie Menschen vor Hunger oder Krieg in Nachbarländer fliehen müssen. Wenige Verse nach dem Gebot der Nächstenliebe heißt es: „Der Fremdling soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“
Im Frühjahr 2011 verabschiedete die Bezirkssynode eine Resolution, deren vierter Abschnitt lautet: „Die Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald bittet die Kirchengemeinden um Unterstützung bei der Suche nach privatem Wohnraum für Flüchtlinge aus dem Kirchenbezirk.“ Diese Bitte ist 2013 nach wie vor hoch aktuell.
Laut Gesetz ist der Landkreis dazu verpflichtet, 2,4% der landesweit aufzunehmenden Flüchtlinge bei sich unterzubringen. Seit 2009 ist die Zahl der Asylanträge deutlich angestiegen – allein im Jahr 2012 um ca. 50%. Neue Unterkünfte werden dringend gebraucht – Sammelunterkünfte, aber auch private Wohnungen für Familien, deren Antragsverfahren vorläufig abgeschlossen sind. Dabei soll die Unterbringung möglichst dezentral erfolgen. Derzeit stehen jeder Person nur 4,5 qm Platz zur Verfügung. Verbesserungen seitens der Landesregierung sind in Arbeit.
Bedenken von Anwohnern, die Aufnahme könne sich negativ auf die Wohnsituation auswirken, wird auf verschiedenen Ebenen Rechnung getragen. Ein Beispiel für den Erfolg dieses systematischen Vorgehens ist Altglashütten. Dort haben sich mittlerweile gute nachbarschaftliche Beziehungen zur übrigen Dorfbevölkerung entwickelt. Man hilft sich beim Schneeräumen oder bildet Fahrgemeinschaften zum Supermarkt. Dies kann als beispielhaft gelten für positive Erfahrungen, die vielerorts mit der Aufnahme von Flüchtlingen gemacht werden.
Der Aufruf der Synode bleibt aktuell: Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, möge dies tun. Darüber hinaus können Menschen bei der Integration von Flüchtlingen mithelfen. Gruppen von Ehrenamtlichen leisten hier wertvolle Arbeit. Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft ein freundliches Klima antreffen und mit offenen Armen empfangen werden. Antwort auf Rückfragen oder Hilfe erhalten Sie bei Bernhard Beier-Spiegler vom Diakonischen Werk des Kirchenbezirks (Tel.: 07667-942286; Email: Bernhard.Beier-Spiegler@diakonie.ekiba.de).